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17 Grabnermühle, Schneeberger Straße 40

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Grabnermühle, Schneeberger Straße 40

Die Grabnermühle

Das wirkliche Alter der Mühle kann nicht mehr festgestellt werden. Nachgewiesen ist, dass das Mühlengut um 1542 bis 1612 im Besitz der Familie Keller, von 1612 bis 1701 der Familie Blüher und von 1701 bis 1741 der Familie Schubert war, bevor es im Jahre 1741 die Familie Grabner erwarb. Im Gerichtsbuch zu Stollberg  Nr. 24 Blatt 126 ff. ist dokumentiert, dass am 30.12.1741 der Meister Johann Friedrich Grabner von dem Müller, Meister Johann Georg Schubert dessen Mühlengut mit zwei Gängen und einer Schneidmühle in Mitteldorf für 2100 Gulden kaufte.

Die Grabnermühle, wie sie jetzt bezeichnet wird, ist eines der größten und ältesten Güter des Ortes zur damaligen Zeit. Anfänglich wurde die Mühle mit der Wasserkraft aus dem kleinen Fürstenteich betrieben. Der sogenannte große Fürstenteich gehört erst seit 1845 zum Gut und wurde ab diesem Zeitpunkt zum Antrieb der Mühlräder genutzt; denn am 16.06.1845 erwarb Traugott Friedrich Grabner, Enkel des Johann Friedrich Grabner, aus dem Stockschen Konkurs den Teich für 1330 Taler.

Die Getreidemühle, die im Gutsgebäude untergebracht war, entwickelte sich im Laufe der Jahre zum selbständigen Betrieb, wobei das Sägewerk zunehmend an Bedeutung verlor.

Nach der Modernisierung im Jahre 1931 mit dem Einbau eines weiteren Mahlganges war die Kapazität der Mühle ausgelastet, darum dachte man über die Trennung der Mühle vom Gut nach. 1937 wurde das alte Sägewerk weggerissen, um Platz für den Neubau einer Getreidemühle zu gewinnen. Die neue Mühle sollte 1939 in Betrieb genommen werden, doch durch Ausbruch des Krieges blieb der Mühlenbetrieb vorläufig noch im alten Gutsgebäude bestehen.

Das neue Mühlengebäude wurde am Ende des Krieges als Behelfswohnung für Flüchtlinge genutzt. Erst 1949 ging die neue Mühle in Betrieb. Durch einen tragischen Unfall kam der Müllermeister Erich Schramm in diesem Jahr ums Leben und sein Sohn Erhard Schramm übernahm die Mühle nach Ablegen der Meisterprüfung bis zur Einstellung des Mahlbetriebes 1960. Nach 1960 erfolgte die teilweise Demontage der Mahltechnik. Die Gebäude dienten von da an als Lagerräume der LPG. 1990 begann der Rückbau der Lagereinrichtungen. Das Mühlengebäude wird danach vom Eigentümer Erhard Schramm für den privaten Futtermittelhandel genutzt.

Bauliche Besonderheiten laut Heimatfreund Nr. 08/1956

Die sogenannte „alte Grabner-Mühle“ ist das erste Haus vom ehemaligen Mitteldorf (jetzt Ortsteil von Stollberg). Sie liegt rechts an der Landstraße nach Lößnitz-Aue, die etwas erhöht vorbeiführt. Ursprünglich war die Chaussee in gleicher Höhe mit dem Hauseingang. Es handelt sich um einen ziemlich langgestreckten Dreiseitenhof mit verhältnismäßig schmalem Hofraum. Der Haupteingang ist an der offenen Seite im Osten. Seitlich dieser Einfahrt stehen sieben ansehnliche Eschen. In unmittelbarer Nähe östlich des Gehöftes erhebt sich die „neue Grabner-Mühle“, ein ganz modern eingerichtetes, elektrisch betriebenes Werk. Über der sogenannten Rampentür desselben ist innen ein Balken eingemauert, der sich ursprünglich über der Ostgiebeltür der alten Mühle befunden hat (Aussage des Besitzers!). Der Balken trägt eingeschnitzt folgende Inschrift: J. F. G. B. H. ANO 1790, J. C. V. Z. M.

Die alte Mühle ist heute ein Bauerngut; von der alten Mühleneinrichtung ist nichts mehr vorhanden. Rad- und Mahlstuben werden zu anderen Zwecken verwendet.
 
Den Hof umstehen folgende Gebäude: Das Wohnhaus mit dem angebauten Kuhstall an der Südseite. (Längs der Landstraße; eigentliche Schauseite!). Rechtwinklig dazu an der Westseite ein Schuppen- und Scheunenhaus. Und wieder etwas rechtwinklig dazu ein Haus, in dem heute der Pferdestall ist und dessen Obergeschoss  als Heuboden verwendet wird. In der breiten östlichen Einfahrtsseite wurde später rechtwinklig zum Wohnhaus eine Remise angebaut.

Das Wohnhaus bildet zusammen mit dem Kuhstall einen geschlossenen Komplex. Beide Giebel sind bis zum verputzten Untergeschoss herunter verschiefert. Am Ostgiebel sind einige nicht reizlose Schieferkompositionen. Dort sind noch alte Schiebefenster! Die Front nach der Straße zu ist die eigentliche Schauseite. Die Haustür ist etwa in der Mitte des langen Hauses. Zu ihr führt eine Treppe hinab. Das Untergeschoss ist durchweg sauber geputzt. Am eigentlichen Wohnhaus rechts der Tür sind vier Fenster von neuer, aber nicht störender Art mit breiten Fensterläden. Links vom Eingang ist noch ein größeres ursprüngliches Schiebefenster. Die Tür besitzt ein einfaches, vierkantiges Gewände und einen ebensolchen Sturz. In dessen Mitte sitzt ein Schlussstein. Er zeigt in guter Bildhauerarbeit das Wappen der Familie Grabner, dazu die Jahreszahl 1741 und die Initialen F. T. und G. (Anfangsbuchstaben des Grabner, der 1741 die Mühle übernahm).

Der Schlussstein wurde 1950/51 von Herrn Steinmetzmeister Scheunert in Stollberg geschaffen. Das Obergeschoss des gesamten Traktes zeigt ein sehr schönes und gepflegtes Fachwerk. Ebensolches ist an der Hofseite. Leider ist es am Stallhaus verputzt worden. Viele alte Schiebefenster sind vorhanden. Die Tür zum Wohnhaus vom Hofe her hat ein klassizistisches stark verwittertes Gewände. Neben dieser Tür steht ein Brunnentrog aus starken Holzbohlen. Das Dach ist verschiefert; Dachfenster und Dachgauben sind vorhanden.

Das Innere des Kuhstalles ist sehenswert. Sehr schönes Kreuzgewölbe (Gratgewölbe) ruht auf vier imposanten Säulen aus Porphyr. An einem Kapitel ist die Jahreszahl 1798 zu sehen. Das Schuppen- und Scheunengebäude an der Westseite ist unwesentlich. Umso mehr ist der Trakt an der Nordseite der Beachtung wert. Im Erdgeschoss befindet sich ein Pferdestall. Oben ist Heu gelagert. Das Untergeschoss ist verputzt; das Obergeschoss ist merklich vorgebaut. Deutlich stehen die Balkenköpfe vor. Schönes Fachwerk und alte Schiebefenster! Hinter der Wand zieht sich ein Gang längs des Hauses hin, von dem aus Türen in Kammern führten (Gesindekammern?). Man hat Wände entfernt und zwei große Räume geschaffen als Heuboden. In den Balkenfächern ist Lehm- und Stakenwerk. Die Konstruktion des Fachwerkes lässt deutlich erkennen, dass es sich nicht um einen später zugesetzten Oberlaubengang handelt, wie viele meinen.

ca. 1935heutige Ansicht

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